Studie Web 2.0 in der Schweiz: Fünf Tipps für die Online-Kommunikation

Wer das Internet einsetzt, steht heute vor der Frage: Wie weiter? Soll meine Organsiation bloggen, Wikis bauen, Podcasts produzieren, RSS-Abos einsetzen oder Avatare programmieren? Dieser Anstoss zeigt Ihnen:

  • was andere machen – damit Sie wissen, wohin der Zug fährt
  • was Sie tun müssen – fünf Tipps für Web 2.0-Strategien
  • Links zu weiteren Studien

Was andere machen: Web 2.0 in der Schweiz

Die maz/Bernet-Studie Web 2.0 zeigt auf, wie weit Schweizer Unternehmen und Organisationen heute sind, wenn es um neue Online-Möglichkeiten geht. Das vielgepriesene Web 2.0 ist sowohl Schlagwort als auch Realität. Sie müssen aufgrund Ihrer Ziele und Zielgruppen entscheiden, wo Weblogs, Wikis, Podcasts, Kommentare und benutzergenerierte Inhalte mehr Wirkung versprechen. Worauf setzen andere?

Website: Kommentare ja, kaum Benutzerinhalte, viel Podcasts
Knapp die Hälfte der Antwortenden erlaubt Kommentare zu Webseiten oder plant dies. Nur knapp ein Fünftel hat oder plant die Annahme von benutzergenerierten Inhalten. Klar im Kommen sind Video-Podcasts (45.7 % ja, 17.4 % geplant) und Audio-Inhalte (37.8 % ja, 17.1 % geplant). Sehr zurückhaltend werden Hörtexte eingesetzt (7.1 % ja, 10.6 % geplant) – trotz der damit verbundenen Barrierefreiheit.

Weblogs: Zwei Drittel lesen bereits, nur zehn Prozent bloggen
67.1 % der Schweizer Organisationen lesen Weblogs im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit – mit Fokus auf Fachblogs, journalistische Blogs und Konsumentenblogs. Aber drei Viertel schreiben nie Kommentare in Weblogs. Und nur 12.2 % führen selbst ein Blog, vor allem für interne Zwecke.

Wikis, Second Life, Austauschplattformen: Nur für Pioniere
Wikis als gemeinsam geschriebene Wissensdatenbanken werden von knapp 10 % der User genutzt. Virtuelle Welten wie Second Life oder das Bereitstellen von Videos, Photos, Links auf Austauschplattformen wie YouTube oder Flickr sogar nur von 4.9 bis 9.8 %. Damit ist klar: Wer hier mitmacht, gehört zu den Pionieren.

Fünf Tipps für Ihre Web 2.0-Strategie

Sie wollen den Online-Bereich in Ihrer Kommunikation wirksam und innovativ einsetzen. Aufgrund unserer praktischen Erfahrung und vor dem Hintergrund der Entwicklungen per Ende 2007 wagen wir fünf Tipps:

1. Online-Monitoring ausbauen

Stellen Sie eine professionelle Beobachtung der Online-Inhalte auf die Beine. Bezogen auf die Reputation und die strategische Ausrichtung Ihrer Organisation. Knapp die Hälfte der Schweizer Unternehmen tut dies bereits. Auch wenn sich immer mehr automatisieren lässt: Wichtig ist, dass Sie als Entscheidungsträger/in selbst eine gewisse Zahl von Weblogs oder anderen relevanten Web 2.0-Plattformen mitverfolgen. Lesen Sie nicht nur, schreiben Sie auch hin und wieder Kommentare, und Sie werden wichtige Erfahrungen sammeln. Nehmen Sie sporadisch die Mühsal eines Second Life-Besuchs auf sich. Verfolgen Sie, was auf YouTube, Flickr, der 20Minuten-Community, mySpace oder Facebook abläuft. Diese Liste ist nicht abschliessend – entscheidend ist Ihr kommunikatives Umfeld.

2. Blogs bedienen

Nehmen Sie Weblogs in Ihren Medienverteiler auf. Natürlich erst, wenn Sie sie eine Zeit verfolgt haben, von ihrer Qualität und Relevanz überzeugt sind. Relevanz heisst: Reichweite in einer für Sie wichtigen Nische. Diese lässt sich natürlich nie mit der Reichweite eines etablierten Printmediums vergleichen. Aber der Multiplikations- Effekt gut gemachter Weblogs auch in journalistische Kreise ist nicht zu unterschätzen. Achtung: Senden Sie Medienunterlagen erst nach einer Anfrage. Nicht alle Weblogs möchten PR-Inhalte erhalten. Schon bei dieser Anfrage wird der Blogger natürlich merken, ob Sie ihn auch wirklich gelesen haben.

3. Aktuelle Inhalte bieten, samt RSS und E-Mail-Abo

Aktuelle Inhalte sind das A und O für Ihre Online-Reputation, Besucherfrequenz und Suchmaschinen-Platzierung. Sorgen Sie deshalb für Spannendes, Relevantes, Neues. Auf Ihrer Website, in einem Newsletter samt Archiv oder einem Weblog. Verknüpfen Sie diese aktuellen Inhalte mit gut gemachten E-Mail- und RSS-Abos. Bieten Sie beide Möglichkeiten. Sorgen Sie dafür, dass bei E-Mail-Abos das Abonnieren sowie das Löschen sehr schnell und einfach ist.

4. Wikis und Weblogs intern einsetzen

Weblog-Programme sind unglaublich effiziente, einfache und kostenlose Verleger- Werkzeuge. Noch nie war es so einfach, Web-Inhalte zu produzieren und zu verteilen. Wiki-Programme sind ebenso überraschend simple Wissensdatenbanken, die sich von mehreren Autoren gleichzeitig bewirtschaften lassen. Natürlich sind Wikis ein wenig komplexer als Weblogs.
Profitieren Sie vom kommunikativen Potenzial, das in beiden Werkzeugen steckt. Voraussetzung: Ein klares Konzept. Was wollen Sie erreichen? Mit welchen Inhalten? Wer schreibt, betreut, redigiert, kommentiert? Fangen Sie zunächst intern an, in kleinen Arbeitsgruppen, und sammeln Sie Erfahrungen.

5. Neue Online-Dialogkultur aufbauenDie Zeiten des Einweg-Publizierens sind vorbei.

Wer Online präsent ist, muss sich öffnen für Kommentare und Echos. Sehen Sie das nicht als Zwang, sondern als Chance. Märkte sind Dialoge. Und im Web bieten sich neue Anknüpfungsmöglichkeiten. Entscheidend ist, dass Sie Ressourcen für den Online-Dialog bereit stellen. Wer einen Kommentar eingibt, der erwartet eine Antwort. Und diese Antwort ist eine Chance für Ihre Reputation – wenn sie rechtzeitig erfolgt und wenn sie den Absender ernst nimmt.

Links zu weiteren Studien

A propos Studien – blicken wir doch zurück ins Jahr 1900 – damals ergab eine Marktstudie von Daimler Benz:

«Die weltweite Nachfrage nach Autos wird eine Million nicht übersteigen, insbesondere wegen der begrenzten Anzahl an Chauffeuren.»