Rettet den Bund

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der_bund.pngHeute erreichte uns eine Medienmitteilung über die Petition «Rettet den Bund». Ein Berner Komitee lanciert damit eine Petition für die Erhaltung des Berner Traditionsblattes.

Auslöser der Geschichte sind die Pläne der Tamedia, den wirtschaftlich perspektivlosen Titel entweder a) mit der Berner Zeitung zu fusionieren oder b) mit dem Tages-Anzeiger zu kooperieren, zum Beispiel mit einer gemeinsamen Mantel-Ausgabe (Medienmitteilung Tamedia vom 1.12.). Das Komitee besteht aus Berner Persönlichkeiten wie der SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga, dem Grünen Alec von Graffenried, Medienwissenschaftler Roger Blum und Züri Westler Kuno Lauener. Sein Statement ist ebenso kurz wie cool, mit einem Augenzwinkern an die Verlagsadresse des Mutterhauses: «Der Bund gehört zu Bern. Züri West hin oder her».

Der Petitionstext lautet: 

«Die Tageszeitung «Der Bund» ist ein Teil von Bern: Eine Institution im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Seit bald 160 Jahren.

Markenzeichen des «Bund» sind ernsthafte, an Relevanz orientierte Prioritäten, unaufgeregte Berichterstattung, kompetente Analysen und unvoreingenommene Kommentare.

Der «Bund» lässt seine «Köpfe» auf der Redaktion eigenständig denken und schreiben. So bleiben der kleinen Zeitung gute Journalistinnen und Journalisten auf lange Zeit treu. So sichert der «Bund» Kontinuität und lässt Aktualität auf ein Gedächtnis stossen. Und so erscheinen auch in für den «Bund» wirtschaftlich schweren Zeiten mit Herzblut geschriebene Portraits, Reportagen, Konzert- und Buchbesprechnungen, die das Lesen zur Freude machen.

Mit dem «Bund» hat der Grossraum Bern eine aussergewöhnliche Zeitung. Wir setzen uns dafür ein, dass sie im Strudel von Restrukturierungen und Sparmassnahmen nicht zerstückelt wird.»

Die Petition können Sie hier online unterzeichnen und gleichzeitig auch Mitglied im Komitee “Rettet den Bund” werden.

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Beiträge

  • Als ich 1979 in der Schweiz eingereist bin, habe ich al erstes ein lesenswerte Zeitung gesucht und wurde fündig mit „der Bund“. Das Excellenteste bei dieser Zeitung ist, dass man Bericht erstattet und gute oder weniger gute Kommentare dazu abgibt, aber nicht, wie viele andere Medien, Geschichten erzählt wo die redaktionelle resp. Verlags- Meinung vermeintlich geschickt verpackt wird.
    Sollte der Bund verschwinden hat die Tamedia mit Sicherheit ein Kunde weniger.

  • Ein Zusammenlegen des BUND mit der Berner Zeitung wäre keine Katastrophe! Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass die neue Zeitung wesentliche Elemente des heutigen BUND übernimmt: Kultur, Stadtressort ev. auch der Kleine Bund vom Wochenende. Tages-Zeitungen mit einer Auflage von unter 100 000 wie der BUND habe heute keine Ueberlebenschance mehr und sind auch für die inserierende Wirtschaft nicht attraktiv. Also: zusammengehen und die Chance packen! Mehr darüber: http://www.bischof.ch

  • danke für ihr echo, welches eindrücklich dasjenige von ferdinand de jong konterkariert. mir scheint – aus dem fernen zürich – die stadt bern würde nicht nur elemente des «Bund» vermissen, sondern auch eine gewisse eigenart und qualität.

    eine auflagengrenze für rentabilität zu setzen, mag betriebswirtschaftlich einen kurzfristigen sinn zu machen – längerfristig finde ich gut gemachte, eigenständige lokalzeitungen unheimlich wichtig für die pressevielfalt. vielleicht werden die medienkonsumentInnen bald sehr wohl bereit sein, für eigenständige inhalte zu bezahlen. wenn sie müde sind, von dem einheitsbrei von monopolverlagen. und dann öffnet sich für engagierte medienschaffende und ihre verleger eine ganz spannende nische.