Communication Summit 2011: Wo bleibt die Empörung?

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«Emotionalisieren wirs! – Empörung als Erfolgsrezept der Medien»: Am gestrigen Communication Summit wurde aber nicht über das angekündigte Thema diskutiert, sondern über Qualität im Journalismus.

Diskussionsleiter Reto Lipp war gut vorbereitet, aber warum er zum Thema keine Fragen stellte, bleibt offen. Es wurde ein allgemeines Gespräch über Medien, Journalisten und Verleger – aber mit einigen spannenden Aussagen:

Peter Röthlisberger, Blick am Abend

  • Relevant ist, was unterhält.
  • Das Kreuzworträtsel. (Auf die Frage, was im Blick am Abend am meisten gelesen wird.)

Karl Lüönd

  • Medien arbeiten über Versuch und Irrtum: Sie gehen so weit, wie es die Leserschaft akzeptiert.
  • In der Medienküche wird heute mit Convenience Food gearbeitet.
  • Noch gibt es für Journalisten keine Leistungslöhne.
  • Nicht die PR-Berater sind das Problem, sondern fehlende Filter bei den Journalisten.

Sacha Wigdorovits, PR-Berater

  • Weil alles komplexer wird, funktioniert informieren und informiert werden vor allem über Vertrauen, deshalb nimmt die Personalisierung zu.
  • Es ist nicht schlecht, Emotionen zu erzeugen, aber es ist schlecht Emotionen zu missbrauchen.

Marlies Prinzing, Kommunikationsforscherin

  • Gut oder schlecht, tendenziös oder unvoreingenommen zu schreiben ist keine Frage der Zeit, sondern der Qualität.
  • Wikileaks zeigt, dass erst Medien Orientierung und Einordnung bieten.
  • Im Journalismus sind Vertiefung und Gefühle kein Gegensatz.

Ein Podium rund um Emotionalisierung, Empörung und Skandalisierung wäre also sicher eine zweite Einladung wert.

Fotos: Markus Senn

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