Journalist:innen im Web: Nicole Döbeli, Ressortleiterin Landbote

Als Ressortleiterin Region bei der Lokalzeitung «Der Landbote» hat Nicole Döbeli eine ambivalente Einstellung zu Social Media. Sie betont, dass der Nutzen für ihre Arbeit beschränkt ist und diverse Risiken bestehen.

Die Serie «Journalist:innen im Web» porträtiert Journalist:innen und ihren Alltag im Social Web im Rahmen einer qualitativen Studie von Bernet Relations und der ZHAW. Die Zusammenfassung und Auswertung der Studie erfolgt (bereits zum vierten Mal nach 2015, 2017 und 2019) im Frühling 2024. Der Hashtag zur Studie: #jstudie24.

In der Arbeit von Landbote-Ressort-Leiterin Nicole Döbeli spielen Soziale Medien nur bedingt eine Rolle. Regelmässig checkt sie die Facebook-Gruppen und Instagram-Tags der Gemeinden. Die Kanäle von lokalen Unternehmen und Organisationen, Politiker:innen und anderen Medien sind für sie nützlich. Der Stellenwertverlust von X (Twitter) hat für sie aber zum Beispiel nur bedingt eine Rolle gespielt.

Angepasst ans Publikum

Die wichtigste Social-Media-Plattform für Döbeli ist Facebook. «Facebook liefert im Lokaljournalismus die meisten Inputs, weil dort die meisten unserer Leser:innen aktiv sind», sagt sie. Entsprechend habe sich auch ihre Recherche verändert. Statt im Telefonbuch suche sie Personen heute auf Facebook. Döbeli weiss, dass der Landbote über diverse Social Media ein jüngeres Publikum erreichen kann als über Print. Sie betont aber auch, dass es sich dabei um ein sehr viel kleineres Publikum handelt, weil die Reichweite der Zeitung begrenzt ist.

Im Dialog mit den Leser:innen

Online kommuniziert Döbeli nur wenig mit ihrem Publikum. Wenn, dann antwortet sie auf Reaktionen in den Kommentarspalten. Gerade Fragen und Falschbehauptungen lässt sie nicht unbeantwortet. Grundsätzlich sieht sie Kommentare auf Social Media aber meistens nicht und meint: «Ich überlege mir immer zweimal, ob ich Lust auf eine Online-Diskussion habe.»

Verminderte Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen

Durch Social Media würden sich andere Unternehmen weniger auf den Landboten angewiesen sehen. «Sie sprechen ihre Zielgruppen gezielt selbst an über Social-Media-Kanäle», erklärt Döbeli. Sie weist ausserdem darauf hin, dass auf manchen Unternehmenskanälen mittlerweile Gegendarstellungen zu Artikeln aus dem Landboten verbreitet werden.

Steckbrief

Nicole Döbeli, 34
Leiterin Ressort Region, Landbote, Journalistin seit 2013

Nutzt Facebook seit 2008
X seit 2012
Instagram seit 2013

Weiterführend

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