ZPRG zu Besuch bei Siemens: Warum agile Organisation kein Fluchtweg ist

Bei Siemens Schweiz organisiert sich das Kommunikationsteam selbst. Jedes Jahr von neuem. Ein Einblick in eine Welt in der man Komplexität erfolgreich mit Agilität, Verantwortung und Commitment (und starken Regeln) begegnet.
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Es ist noch nie passiert, dass eine Präsentation damit eröffnet wurde, wo denn die Fluchtwege sind. Gestern war das am Anlass der Zürcher Public Relations Gesellschaft (ZPRG) so. Zu viel Agilität wäre im Notfall wohl kontraproduktiv, es wird zum Chaos. Auch wenn in (Kommunikations-) Projekten die Zeit knapp wird, kommt oft grosse Hektik auf, geprägt von Fehlern und Ineffizienz, was dann oft auch mal mit Agilität verwechselt wird.

Sprecher vor Post-it-Wand. Themen sind beispielsweise Verzicht auf Team-Meetings, volle Transparenz, Selbstorganisation. Roland Bischofberger, Head of Communications Siemens Schweiz, und sein Team gehen genau den anderen Weg. Bei ihnen ist Agilität der Standard ihrer Planung und Umsetzung. Es ist ihre Antwort auf die zu bewältigende Themenvielfalt und wachsende Komplexität. Diese Organisation haben sie sich selbst gegeben – ausgelöst von der Idee eines Werkstudenten. Klassische Teammeetings gibt es nicht mehr, zentral ist der CMC, der Communications Morning Coffee, bei dem über aktuelle Herausforderungen gesprochen wird, nicht über den Status. Also ein klassischer Daily Standup, wie man ihn aus SCRUM kennt – spätestens nach 15 Minuten ist Schluss. Ebenso leben sie den entsprechenden Review-Prozess ganz im Sinne von Try-Fail-Learn-Repeat. Stellenbeschreibungen? Gemach! Auch die Teams und die Rollen jedes Jahr ausgehandelt, ohne direktes Einwirken von Roland Bischofberger. Denn der Schlüssel ist Commitment, die Übernahme von Verantwortung und klare Regeln. So schaffen sie es, die gesteckten Ziele zu erreichen und sich individuell wie auch als Team weiter zu entwickeln.

Was nehmen wir aus dieser Präsentation mit:

  • Es gibt keine optimale Teamgrösse für ihren Weg, aber mit zu kleinen und zu grossen Teams, würde es wohl schwierig. Bei zu kleinen Teams kann der/die Peer für den Know-How-Transfer fehlen, wenn die Person, welche die Verantwortung übernimmt, noch nicht viel Erfahrung oder Wissen hat.
  • Verantwortung übernehmen ist Key – für sich selbst, für das Team, für das Ergebnis.
  • Bewusst andere Wege gehen lohnt sich, aber es braucht Resilienz und stetige Verbesserung.
  • Auftraggeber:innen müssen gut begleitet werden, damit sie den gewählten Weg verstehen, denn…
  • … Agile heisst nicht Larifari – Es funktioniert nur, wenn es klare Regeln gibt, an die sich alle ausnahmslos halten.

N.B: Flüchten wollte niemand. Ganz im Gegenteil: Das Interesse war so gross, dass die Fragerunde gefühlt länger dauerte als die Präsentation.

 

Weiterführend:

Seit Juni 2021 ist das Sekretariat der Zürcher PR Gesellschaft in unserer Agentur angesiedelt und der Verband von Dominik Allemann als Präsident geführt. Unternehmen (Kollektivmitglied) und Einzelpersonen (Berufs- oder Einzelmitglied) können hier Mitglied werden und ab sofort profitieren vom breiten Netzwerk und Angebot.

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