Sie haben Fragen zur Erarbeitung einer KI-Governance? Dann freue ich mich auf Ihre Nachricht.
Erinnern Sie sich an die Anfänge von Social Media? Die Stimmung war euphorisch. Viele Informationen und persönliche Daten landeten unreflektiert auf den Servern amerikanischer Anbieter. Bis 2018 der Cambridge-Analytica-Skandal weltweit für Aufsehen sorgte: Es stellte sich raus, dass Facebook (heute Meta) millionenfach Datensätze an die Beratungsfirma weitergegeben hatte. Plötzlich rückte bei vielen Privatpersonen und Organisationen die Frage nach den Rechten und Pflichten im Kontext von Social Media ins Zentrum.
Eine ähnliche Situation erleben wir beim Umgang mit KI. Neben der intensiven Nutzung gibt es grosse rechtliche Unsicherheiten bei Anwender:innen. Denn die Schweiz hat aktuell kein spezifisches KI-Gesetz. Ein rechtsfreier Raum ist die KI-Nutzung deshalb aber nicht, wie die Spezialisten von Eversheds Sutherland kürzlich an einem Event erläuterten: Beim Einsatz entsprechender Tools gilt das Obligationenrecht (OR).
Damit Sie sich gar nicht erst mit möglichen Sanktionen – wie der Verletzung der Informations-, Auskunfts- und Mitwirkungspflicht oder der Verletzung des Berufsgeheimnisses – beschäftigen müssen, empfehlen wir folgende Schritte:
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Erarbeiten Sie eine KI-Governance
Klären Sie unter anderem folgende Fragen: Wofür setzen wir KI ein? Wie gehen wir mit Firmendaten um? Wie stellen wir die Geheimhaltung sicher? Und wie deklarieren wir die Verwendung von KI nach aussen? -
Nutzen Sie keine Free-Versionen
Achten Sie bei der Tool-Wahl darauf, dass eine vertragliche Pflicht zur Geheimhaltung besteht und die eigenen Daten nicht für das Training der Modelle genutzt werden dürfen. Prüfen Sie in den Bedingungen ausserdem, ob die erzeugten Inhalte und Bilder frei von Ihnen verwendet werden dürfen. All diese Punkte sind oft den Bezahlversionen vorbehalten. -
Wägen Sie zwischen rechtlicher Sicherheit und einfacher Handhabung ab
Ein grosser Gesundheitsbetrieb ist in der Tendenz mit komplexeren rechtlichen Fragen konfrontiert als ein lokales Schweizer KMU für Bautechnik. Passen Sie den Umfang Ihrer rechtlichen Prüfung(en) an Ihr konkretes Risikoprofil an. - Prüfen Sie die Möglichkeit einer Private Cloud
Falls Sie in einem sensiblen Umfeld arbeiten, lohnt es sich, eine eigene Infrastruktur in Betracht zu ziehen. So behalten Sie die Kontrolle über das Hosting und maximieren den Datenschutz. Allerdings: Ein solches Projekt ist aufwendig und die KI-Leistung ist zumindest initial nicht mit den grossen Cloud-Tools vergleichbar.
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Weiterführend
Titelbild von Tingey Injury Law Firm auf Unsplash