Dashboard: Das Wichtigste immer im Blick

Kommunikations-Dashboards gibt es schon lange. Aber wie setzt man sie auf, und was können sie leisten? Angesichts der vielen Daten aus der online- und offline-Welt ist die Beschränkung auf das Wesentliche die grösste Herausforderung.
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Kennen Sie das? Sie legen Ihre Einkaufstasche auf den Rücksitz und starten das Auto. Sie sind bereit zum Losfahren. Nicht aber Ihr Auto: Das piepst und blinkt wie wild. Auf dem Armaturenbrett identifizieren Sie das rote Licht: Nicht angeschnallte Person auf dem Rücksitz.

So geht es, wenn ein Instrument nicht das misst, was es vorgibt zu messen. Die Information, dass meine Einkaufstüte nicht angeschnallt ist, ist mir nämlich schnuppe.

Genau das kann Ihnen auch mit Ihrem Kommunikations-Dashboard passieren. Umso wichtiger ist es, das Ziel, die Daten und Instrumente sowie die Umsetzung sorgfältig festzulegen. Denn das Dashboard soll auf einen Blick die relevanten Kennzahlen und Entwicklungen sichtbar machen. Auf meinem Armaturenbrett will ich das sehen, was ich wirklich brauche, um sicher von A nach B zu kommen.

Ein Dashboard mit überzeugenden Visualisierungen ist eine Chance, wenn es darum geht, Rechenschaft gegenüber der Geschäftsleitung oder Auftraggebenden abzulegen. Aber es ist ein Fluch, wenn aus der Datenfülle nicht die relevanten Indikatoren gewählt wurden. Dann piepst es und leuchtet rot, obwohl ja alles in bester Ordnung ist.

Wer mit einem Kommunikations-Dashboard arbeiten will, sollte sich daher folgende Fragen stellen:

  • Welches Ziel muss mein Dashboard erfüllen?

Wenn ich das Dashboard zur Steuerung der gesamten Kommunikation benötige, werde ich es anders aufsetzen als für die Evaluation eines einzigen Projekts. Wird das Dashboard Teil des Unternehmensreportings sein? Und muss es Personen auf Geschäftsleitungsebene ansprechen? Dann werden die Kennzahlen und Visualisierungen auf diese Zielgruppe und diesen Zweck hin abgestimmt.

  • Welches sind die relevanten Kennzahlen?

Es gilt, aus der Fülle an Daten die richtigen Indikatoren und Kennzahlen für unsere Zielsetzung zu wählen. Weniger ist oft mehr. Werden tatsächlich die Anzahl Likes, Shares und Kommentare als separate Kategorien gebraucht? Oder reicht die Engagement-Rate?

  • Wie wird das Dashboard technisch umgesetzt?

Vom einfachen Excel über Google Data Studio bis hin zu kostspieligen massgeschneiderten Lösungen: Wer die ideale Lösung sucht, muss Zeit in die Recherche investieren. Und vielleicht braucht es Abstriche: Denn nach wie vor gibt es kaum kostengünstige Lösungen, welche sowohl die klassischen Medienclippings als auch Social-Media-Daten auswerten und zusammenführen können.

  • Wie werden die Daten überzeugend visualisiert?

Es lohnt sich, unterschiedliche Visualisierungen zu testen. Geht es darum, einen Benchmark zu erreichen, so genügt ein einfaches Ampelsystem. Wollen wir Entwicklungen sichtbar machen, wählen wir Linien- oder Balkendiagramme. Unser Tipp: Hier darf man plakativ sein. Je intuitiver die Visualisierung erfassbar ist, umso besser.

  • Wie wird das Tool im Alltag genutzt?

Zu klären sind beispielsweise Zugriffsrechte und Aktualisierungsintervalle. Nicht zuletzt soll das Dashboard praxistauglich sein und fix in die Monitoring- und Reportingprozesse eingebunden sein.

Das Dashboard für die Kommunikation ist ein hilfreiches Tool, um die Zielerreichung zu überprüfen und sichtbar zu machen. Wenn es dort rot aufleuchtet, lohnt sich ein Check. Falls es nur die Einkaufstüte auf dem Rücksitz war, können Sie aufatmen. Und Ihr Dashboard neu kalibrieren.

 

Inspirationen für diesen Blog:

  • Auftragsarbeit für einen Kunden
  • Ansgar Zerfass, Sophia Charlotte Volk: Toolbox Kommunikationsmanagement. Springer Verlag.
  • Web- und KI-Recherchen
  • … und die Einkaufstasche auf dem Rücksitz

Foto: Natan Mateus auf Unsplash

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