Die Gefahren von Personenmarken

Marken, die primär über eine Person aufgebaut sind und funktionieren, sind risikobehaftet. Das zeigt das aktuell stark diskutierte Beispiel von JP Performance. Wir zeigen, was das für Unternehmen bedeutet.
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Jean Pierre  «JP» Krämer hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein grosses Unternehmen aufgebaut. Gestartet als Kaufmann wurde der 46-Jährige ab 2009 durch eine TV-Sendung berühmt. Seinen YouTube-Kanal haben 2.7 Mio. Menschen abonniert und in seinem Unternehmen JP Performance arbeiten rund 80 Personen. Dazu gehören eine Tuning-Werkstatt, ein Automuseum und ein Burger-Restaurant. Alles eng verknüpft mit Krämer selbst. Und alles erfolgreich.

Bis vor einigen Tagen bekannt geworden ist, dass Krämer seine Frau körperlich angegangen hat. In der Folge beendeten Werbepartner die Zusammenarbeit und die Polizei ermittelt wegen häuslicher Gewalt. Es folgte eine wilde Mischung aus wenig durchdachten Statements von Krämer selbst und Protestaktionen seiner Fans.

Die Fälle werden zunehmen

Hat der Aufbau von JP Performance einige Jahre gedauert, entstehen heute Creator Marken gefühlt über Nacht und verhelfen den Marken selbst und oft auch Partnern zu Erfolg.  Mit der zunehmenden Bedeutung der Creator Economy werden auch persönliches Verhalten und/oder Verfehlungen künftig an Marken haften bleiben. So auch gesehen bei Joung Gustav, dessen eigene Marke im Frühjahr stark durch die politischen Videos des Creators tangiert wurde. Was bedeutet das nun für Unternehmen, die mit Personenmarken zusammenarbeiten möchten:

  • Profile nicht nur auf potenzielle Reichweite prüfen
    Wie hat sich der Creator in der Vergangenheit geäussert? Wie sieht sein Community Management aus? Stand er früher schon in der Kritik?

  • Diversifikation in den Partnerschaften sicherstellen
    Es kann sinnvoll sein mit verschiedenen Personen zusammenzuarbeiten und hierbei auf einen guten Mix aus grossen und kleinen Creatorn zu achten. Das Risiko ist so gestreut

  • Klare Regelungen in Verträgen festhalten
    Damit ein Unternehmen schnell reagieren kann, müssen Konsequenzen bei Fehlverhalten vertraglich geregelt sein. Entscheiden Sie aufgrund der Risikoabwägung wie umfassend diese Verträge ausfallen müssen

  • Krisenkommunikation aufsetzen
    Bereiten Sie sich auf schwierige Szenarien vor und erarbeiten Sie einen Plan für die Krisenkommunikation.

    Marke und Person trennen

  • Ist Ihre eigene Marke stark geprägt von einer (öffentlichen) Person, ist das Risiko im Krisenfall noch einmal ungleich höher. Prüfen Sie, ob und wie eine klarere Trennung möglich ist, ohne die Strahlkraft der Person zu verlieren.
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