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Studie Journalisten im Internet: Google, Wikipedia und Facebook

Wie nutzen Schweizer Journalistinnen und Journalisten das Internet? Die dritte «IAM/Bernet-Studie Journalisten im Internet» zeigt unter anderem die steigende Bedeutung von Google, Wikipedia und Sozialen Netzwerken. Was heisst das für die Medienarbeit von PR-Profis?

Dieser Anstoss bringt

  • die wichtigsten Nutzungsresultate
  • journalistische Wünsche
  • fünf Tipps für Ihre Medienarbeit

Das Internet als wichtigstes Arbeitsinstrument

Nach den ersten Befragungen von 2002 und 2005 (Anstoss Dezember 05) zeigt sich die Dominanz des Internet im journalistischen Alltag. Webseiten werden zum ersten Mal als wichtigste Informationsquelle genannt, vor Tageszeitungen und persönlichen Kontakten. Google dominiert die Online-Suche und beeinflusst damit Themen und Recherche. Neue Instrumente wie Soziale Netzwerke werden bereits von 43 Prozent der Befragten genutzt. Die wichtigsten Online-Instrumente sind E-Mail, Suchmaschinen, Internet-Seiten von Verwaltungen, Online-Medien und bereits auf dem fünften Platz Wikipedia

Medien wollen Kontakt und E-Mail

Die aus journalistischer Sicht wichtigsten Online-Infos von Organisationen sind Kontaktadressen, Zahlen, Hintergrundmaterial, Medienmitteilungen und eine interne Suchmaschine. News werden am liebsten per E-Mail abonniert, RSS spielt eine marginale Rolle. Erstmals sind auch Pressedossiers klar elektronisch bevorzugt, wie die Einladung zur Pressekonferenz oder die Medienmitteilung.

fünf Tipps für Medienarbeit im Netz

  1. Die Basics im Griff: Schnell die Fakten
    Schweizer Medienschaffende sehen im Web eine grosse Arbeitserleichterung, die aber auch einen steigenden Aktualitätsdruck mit sich bringt. Online-PR muss sich auf die Basics konzentrieren: Aktualität, kurze Antwortzeiten, übersichtliche Inhalte. Nur wer das im Griff hat, kann Zusatzangebote ins Netz stellen.
  2. Was Google nicht findet, gibts nicht
    98 Prozent der Befragten nennen Suchmaschinen als wichtiges oder sehr wichtiges Arbeitswerkzeug, 99 Prozent setzen dabei auf Google. Sind Ihre Umsatzzahlen, Fakten, Medienmitteilungen bei Google gelistet? Auf der ersten Resultate-Seite? Mit aktuellen Inhalten, eindeutigen Internet-Adressen, klaren Wordings und einer guten Vernetzung unterstützen Sie diese Zielsetzung.
  3. E-Mail optimieren
    Das elektronische Postfach wird immer eindeutiger zum bevorzugten Empfangskanal für Journalistinnen und Journalisten. RSS muss trotz der geringen Nutzung weiterhin angeboten werden, Twitter spielt höchstens im Tech-Bereich eine Rolle. Optimieren Sie Ihre Mail-Abo-Angebote, optimieren Sie laufend Betreff, Text und den Download von Dokumenten. Allgemeine Tipps dazu auf unserer Checklist «Mehr Erfolg mit E-Mailings».
  4. Monitoring sichern
    55 Prozent der Befragten nutzen YouTube für ihre Arbeit, auch Soziale Netzwerke und Wikipedia finden grossen Anklang. Was finden Medienschaffende bei ihren Recherchen auf diesen Plattformen? Sichern Sie Ihr Online-Monitoring auch unter diesem Aspekt – mehr dazu im Anstoss vom September 2008.
  5. Im Dialog lernen
    Auch im beschleunigten Zeitalter der Online-PR gilt: Gute Medienarbeit ist auf die Bedürfnisse der Medien ausgerichtet. Fördern Sie diesen Austausch elektronisch und persönlich. Laden Sie Medienschaffende zur Blattkritik für Ihren Mediencorner ein. Holen Sie sich Echos zu Medienmitteilungen. Nehmen Sie sich Zeit für ein Mittagessen ohne Platzierungsabsicht.

Links zur Studie und mehr

Die ausführliche Studie samt Abbildungen ist kostenlos erhältlich unter bernet.ch/studien. Eine Medienmitteilung reduziert den Inhalt auf sechs Seiten mit ausgewählten Grafiken.

Immer wieder aktuelle Tipps zur Medienarbeit bietet der bernetblog – folgender Link führt direkt zu Beiträgen aus der Kategorie Medienarbeit und Social Media.

Lesenswert für Pioniernachrichten aus dem Bereich Social Media Relations – natürlich mit einer ganzen Menge von News darum herum – bleiben PR-Blogger Klaus Eck, PR 2.0-Guru Brian Solis und Edelman-PR-Agent Steve Rubel.

Robert Lembke dachte an die Vergänglichkeit der Tageszeitung – wie recht er erst heute hat: «Journalisten sind Leute, die auf Schnee schreiben.»