Dreikönigstagung 2026: Lang leben die 3 Journalismus-Könige Egon, Jacques und Tim

Seit 2014 besuchen wir die Dreikönigstagung der Verleger:innen. Damals lautete das Angstwort #BigData. Warum sich heute auch der Verteidigungsminister für Medien-Politik interessiert, wie wir gleich zu Beginn der Zukunft begegnen und welche Gabe uns drei Journalismus-Könige ins Heute bringen – darüber berichten wir hier, inklusive Wettbewerb und Outfit-Tipp als Zugabe.
/

Die Limousine von Verteidigungsminister Martin Pfister war geparkt, als ich den gefrorenen Stahl um mein Rad schlug. Noch vor dem Event-Start überholte und grüsste mich eine Persönlichkeit , die – obwohl Dekaden jünger – mit seinem Medienteam von Tsüri.ch schon Einiges mehr zur Medienzukunft beigetragen hat, als viele der Grau-Weissen um uns herum (mich inklusive). Dass ich es immerhin gewesen sein soll, der Co-Geschäftsleiter Elio Donauer anlässlich eines Treffens zum Besuch hier bei den «Alten» inspirierte, freut mich dennoch. Über die Bundesrats-Prominenz meinte unser langjähriger Weggefährte und IAM-Leiter Guido Keel nach seinem einjährigen Einsatz im Dienste der Sicherheitspolitik als Medienexperte der OSZE: «Medien sind nicht nur Demokratie- und Bildungsthema, sondern zentral für die öffentliche Sicherheit. Deshalb war Pfister da und nicht Rösti.»

Die  darauf folgenden Reden, Präsentationen und Gespräche drehten sich durchaus kurzweilig erneut um Verwertungsrechte, BigTech, das Nutzerverhalten kommender Generationen und wie wir uns darauf einstellen sollten. Bildhaft zusammengefasst haben dies auch unsere Kollegen bei persoenlich.ch. 

3 Könige für ein Journalismus-Halleluja (inkl. Wettbewerb)

Erfrischend wurden die Erläuterungen mit dem eindrücklichen Abschluss von Miriam Meckel und Léa Steinacker. Sie fassten treffend und beseelt den Status quo zusammen. So, wie sie das auch als Co-Autorinnen im Bestseller «Alles überall auf einmal: Wie Künstliche Intelligenz unsere Welt verändert» zur Verfügung stellen (Wettbewerb: Wer sich als erste/r via E-Mail beim Autor meldet, kriegt ein Exemplar frei Haus geschenkt – oder darf es bei ihm abholen, inkl. tadellosem Kaffee).

Meckel und Steinacker brachten in Inhalt und Form genau das, was bei vielen der vorgestellten Bemühungen etwas zu vermissen war: die Seele. Genau jenes Wundern, das mich an drei Medienkönige meiner Jugend erinnerte, die im elterlichen Büchergestell und immer mehr auch auf dem Teenie-Bett, Nachttisch und danach in allen Zügelkisten lagen. Zwei Belgier und ein Tscheche.

Es waren die Abenteuer von Egon Erwin Kisch (1885–1948), Kämpfer gegen die Nazis und für den Lokaljournalismus (bis zur Reisereportage). Es war der Belgier Hergé und sein Teenie-Reporter Tim inkl. Struppi, dessen wunderbare Ligne-Claire- Abenteuer heute durchaus kritisch gelesen werden dürfen und der leider ein deutlich weniger sympathisches Politgespür hatte als Revoluzzer Kisch. Und es war der Schreib- und Lebens-Berserker Georges Simenon, der sowohl qualitativ wie auch kreativ und quantitativ Gewaltiges schuf, was der Schreibende zumindest beim literarischen Werk von gegen 400 Romanen und Erzählungsbänden beurteilen kann.

Nun – Wenn mehr von dieser Seele eindringt in die Businesspläne der Verleger:innen, aber auch in die Redaktionen ihrer Medienprodukte und genauso in die Corporate-Communications-Abteilungen und Kommunikationsagenturen (auch unsere Kolleg:innen vom LSA hörten mit und unterstützten den Anlass verdankenswert), dann gewinnen wir alle. Die Unternehmen, Konsument:innen, die Gesellschaft mit allen, die durch Lohnarbeit dazu beitragen, die soziale Sicherheit – und damit sicher auch eins unserer Kinder mit tollen Geschichten auf dem Nachttisch, dem Tablet, Smartphone, Reader, Buch, Heft.

Egal. Es ist und hat Seele/ ‚Soul‘. Zu spüren zum Beispiel bei Tsüri und bei vielen anderen auch – und hoffentlich immer mehr.

Und zum Schluss noch dies, frei nach SRF-Legende Stephan Klapproth:
Etwas gefror das Antlitz des emanzipierten Publikums, als die Verabschiedende dazu einlud, die durchaus empfehlenswerte Broschüre «10 Gründe für Werbung in journalistischen Medien» (PDF) mitzunehmen . «Passt bestens – bei den Männern in die Veston-Tasche, bei den Frauen ins Handtäschli». Raten Sie, was sie trug? Wir haben auf jeden Fall den Hinhörtest bestanden.

Weiterführend: alle unsere Beiträge zur Dreikönigstagung

  • Kategorien
  • Tags

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Pflichtfelder