European Communication Monitor: den Puls der Branche fühlen

Der European Communication Monitor zeigt die wichtigsten Trends in der strategischen Kommunikation. Die vier wichtigsten Resultate beleuchten Monitoring, Fake News, Job-Zufriedenheit und die Rolle der Kommunikation im digitalen Wandel.
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3100 Kommunikationsfachleute aus 48 europäischen Ländern haben an der Befragung für den European Communication Monitor 2018 teilgenommen. Der Monitor zeigt Kommunikationstrends und macht Aussagen zur Rolle der Kommunikation innerhalb von Organisationen sowie die Job-Zufriedenheit von Kommunikationsleuten.

Monitoring für die Positionierung

Die Informationsflut nimmt zu und damit steigt der Stellenwert des Monitorings. 64,7 Prozent der Befragten sehen es als Kernaufgabe an, Informationen für Entscheidungsträger oder Kunden auszuwählen und aufzubereiten.  68 Prozent glauben, dass das Ansehen der Kommunikationsabteilung durch ein gutes Monitoring steigt und grosse Chancen zur Positionierung der Abteilung bietet (56,8 Prozent).

Fake News tangieren den Alltag wenig

Fake News werden in der Branche zwar diskutiert, tangieren den Kommunikations-Alltag aber wenig. 55,8 Prozent der Befragten sagen, dass das Thema sie beschäftigt. Nur ein Viertel hat praktische Erfahrungen gesammelt. Am stärksten betroffen sind staatliche, öffentliche und politische Organisationen (44,6 Prozent geben an, dass ihre Organisation oder die Reputation ihrer Organisation mindestens einmal im Jahr 2017/2018 von Fake News betroffen war).

Wenig überraschend ist Social Media die grösste Quelle für irreführende Inhalte (81,3 Prozent), aber auch Massenmedien sind betroffen (59,6 Prozent). Etablierte Prozesse zum Umgang mit Fake News haben nur 12 Prozent der betroffenen Organisationen.

Stresstreiber Smartphone

Der Längsschnittvergleich mit früheren ECM-Erhebungen in den Jahren 2010 und 2014 zeigt, dass die Arbeitszufriedenheit von Kommunikationsleuten leicht gesunken ist. 28,9 Prozent der befragten Praktiker möchten innerhalb der nächsten zwölf Monate ihren jetzigen Arbeitgeber wechseln und 5,2 Prozent wollen aus der Kommunikationsbranche aussteigen. Fast drei Viertel sind mit ihrer Arbeit zufrieden.

39 Prozent fühlen sich in ihrem Arbeitsalltag gestresst. Ein Viertel berichtet über fehlende Ressourcen. Die grössten Stresstreiber sind ständige Verfügbarkeit über Smartphone, hohe Arbeitsbelastung, lange Arbeitszeiten und fehlende Karriereperspektiven. Besonders betroffen sind Mitarbeitende von Agenturen, wobei diese insgesamt die höchste Arbeitszufriedenheit aufweisen (79 Prozent).

Engagement als Führungsaufgabe

Die Studie bewertet Kommunikationsabteilungen und -agenturen in ganz Europa aufgrund folgender Faktoren: Organisationskultur, Vertrauen in die Organisation, Leistung der Führungskräfte, allgemeine Arbeitszufriedenheit und Arbeitsengagement. Die statistischen Analysen zeigen, dass Engagement der Schlüsselfaktor ist, der stark mit allen anderen Aspekten verknüpft ist.

Das Engagement hängt stark von den Führungspersonen ab. Die Studie zeigt, dass jeder fünfte Kommunikationsleiter (19,2 Prozent) nicht über die notwendigen Führungsqualitäten verfügt. Bemerkenswert ist, dass die Teammitglieder das strategische Engagement, die ethische Ausrichtung und das Wissen der ranghöchsten Kommunikatoren deutlich schlechter bewerten als die Führungskräfte selbst.

Die vier Learnings

  • Die Digitalisierung verändert die Kernaufgaben von Kommunikationsleuten. Dazu gehören Fakten gewichten und Vertrauen bilden.
  • Ein gutes Monitoring kann viel zur Positionierung einer Kommunikationsabteilung oder Agentur beitragen und die Kundenzufriedenheit steigern.
  • Ausbildung, Mentoring und Förderung sind zentral, will man die Mitarbeitenden langfristig motivieren.
  • Smartphone in der Freizeit abschalten, bringt mehr Zufriedenheit im Job.

Weiterführend

Kompletter Bericht zum Communication Monitor 2018

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