Nachhaltig dank GRI-Standard?

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«Trends und Perspektiven der Nachhaltigkeits-Berichterstattung nach GRI»: Die KMU-Organisation Proofit lud am Dienstag zum Infoabend. Die SBB erzählte über den Einstieg; ExpertInnen von BSD und sunstainserv ergänzten mit ihren Erfahrungen.

Wer in die Nachhaltigkeitsberichterstattung einsteigt, kommt um GRI nicht herum: Global Reporting Initiative ist der internationale Standard für Nachhaltigkeitsberichte. In der Schweiz berichten 2011 über 50 Unternehmen nach GRI; zunehmend in einem integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht.

GRI kurz erklärt
Der GRI-Nachhaltigkeitsansatz ist umfassend: ökonomisch, ökologisch und sozial. Für Berichte gibt es verschiedene Stufen. Unternehmen entscheiden erstens, über wieviele Aspekte sie berichten: Level C, B oder A. Level C eignet sich für den Einstieg und ist für kleinere Unternehmen auch langfristig eine Lösung. Zweitens entscheiden sie, wie der Bericht geprüft wird: von der Selbstdeklaration bis zur inhaltlichen Überprüfung durch Dritte.

So wie die Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER nichts darüber aussagt, wie gut eine Organisation wirtschaftet, so sagt eine GRI-Bericht noch nichts über die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Wie der Bericht trotzdem nachhaltig wirkt, erklärten die Referenten.

Interne Wirkung
Die SBB hat für 2010 erstmals einen integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Projektleiterin Birgit Elsener sieht die Berichterstattung als wesentlichen Teil eines internen Verbesserungsprozesses. Zwar sind nicht alle der rund 80 GRI-Indikatoren für eine Organisation wesentlich. Es löst aber etwas aus, im Unternehmen nach Daten und Fakten zu nachhaltigen Aspekten zu suchen: Was tun wir für oder gegen Klimawandel, Gleichstellung, Korruption, lokale Zulieferer oder Zwangsarbeit?

Eigentlich schon parat
Für das erste GRI-Berichtslevel (C) seien die meisten Schweizer Unternehmen bereits gerüstet, meint Stephan Lienin von sustainserv. «An der ersten Sitzung stellt sich oft heraus, viele Abteilung bereits Informationen sammeln, die Teil eines Nachhaltigkeitsberichts sein können.»

Sich auf Wesentliches beschränken
BSD-Beraterin Irene Perrin betonte, dass über Wesentliches berichtet werden soll: Welche Bedeutung hat ein Thema für die internen und für die externen Stakeholder? Perrin sieht folgenden Ablauf für die Erstellung eines Berichts: Wesentlichkeit und Strategie erarbeiten, den Bericht integrieren, die Stakeholder integrieren. Und durch massgeschneiderte Kommunikation ergänzen.

Nachhaltig(keit) kommunizieren
Gemäss Elsener ist besteht die kommunikative Hauptaufgabe darin, intern zu beantworten: Warum machen wir überhaupt einen GRI-Bericht? Nach aussen solle man nicht zuviel Wirkung erwarten. Für die breite Öffentlichkeit ist GRI etwa so verständlich wie Swiss GAAP FER. Spannender sind Taten für die Nachhaltigkeit. Und davon haben Unternehmen dank GRI einen ganzen Katalog, aus dem sie für die Kommunikation wählen können.

Einen Nachhaltigkeitsbericht nach GRI zu erstellen, ist aufwendig, besonders beim ersten Mal. Wissen und Unterstützung bieten die Experten von PROOFIT, öbu, BSD und Sustainserv. Und um die Frage im Titel zu beantworten: Ja. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema werden Organisationen nachhaltiger.

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