Social Bookmarking: Warum man Delicious.com lieben sollte

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Es ist ungerecht: Neben Facebook und Twitter fristen richtig nützliche Social Media Anwendungen ein Schattendasein. Dazu gehört Delicious – der Bookmarking Dienst ist älter als Facebook. Und kann mehr, als man denkt. Was bringt die Linksammlung? Und wie motiviere ich mich zum Sammeln?

Wir nehmen die Welt in der «Bubble» unserer Lieblings-Suchmaschine wahr. Bei der Webrecherche limitiert der Algorithmus. Nicht aber in der riesigen Kollektion von handgesammelten, verschlagworteten (Tags) und geteilten Links. Am bekanntesten ist wohl Delicious.com, früher im Yahoo-Besitz, heute unter der Leitung der YouTube-Gründer Hurley und Chen (Geschichte bei Wikipedia). Mister Wong gilt als deutschstämmiges Konkurrenzprodukt. Und daneben gibt es noch eine ganze Liste von – teils themenspezialisierten – Diensten.

Was bringt mir ein Social-Bookmarking-Konto?

In der Riesenflut aus Links, Inhalt und Posts geht wirklich wertvolle Information unter. Und wenn man sie braucht – für ein Referat, eine Präsentation, für Kunden- oder Projektarbeit – muss man sie mühsam suchen. Mit wenig Aufwand bringt Social Bookmarking hier Ordnung.

  • Finden und Teilen
    Ich suche direkt via Suchfeld oder in den Links von Experten oder Freunden. Beim Teilen wiederum schätze ich die Funktion, dass ich ganze Sammlungen via einen einzigen Link an Kollegen oder Kunden weiterleiten kann. Hier am Beispiel von #Trends2015: https://delicious.com/d_allemann/trends2015 
  • Speichern und Sortieren
    Die Links lassen sich in besagten Themenwolken (via Schlagworte) sehr gut sortieren und auch wiederfinden. Es entsteht auch eine eigene Tagwolke zum Stöbern. Wer will, kann Links auch auf «Privat» setzen und damit verstecken.
  • Einbinden in Social Media
    Twitter und Facebook können an Delicious angebunden werden. Das bringt, dass beispielsweise Twitterlinks auch in die Sammlung fliessen – wenn man das will. Und der Delicious-Account kann natürlich auch beliebig in Blogs und Websites eingebaut werden, beispielsweise via ein WordPress Widget.

Wie das Bookmarking mehr Spass macht

Alle kennen das: Das Tool ist spitze – aber in der Umsetzung fehlt es an Konstanz und Disziplin. So finden sich auch in meinem Account bis dato (Februar 15) «nur» gerade knapp 250 Links. Damit Bookmarken Spass macht, sollte man…

  1. im Browser eine Extension installieren. Damit kann man mit einem Mausklick den Link speichern und verschlagworten.
  2. einen Tastatur-Kurzbefehl für das Linkspeichern installieren: Das reduziert den Aufwand nochmals.
  3. den Account etwas aufmöbeln: habe ich lange vernachlässigt. Aber eine Kurzbiographie und ein Avatar machen das Profil ansprechender.
  4. einigen Profis folgen: um damit den Horizont zu erweitern und die Auswahl zu schärfen.
  5. das Profil auch konsequent einsetzen: beispielsweise mit einem Link in der E-Mail Signatur, mit dem Teilen von Sammlungen an Referaten oder mit dem Teilen von ganzen Sammlungen via Twitter.

Diesem Blogpost haftet natürlich etwas selbst-therapeutisches an: Ich weiss, wie wertvoll der Dienst ist – und wie sträflich ich ihn zuweilen vernachlässige. Dabei ist er doch gerade im gegenwärtigen Trend des Info-Kuratierens wieder top «en Vogue».

Weiterführende Links: 
alle bernetblog-Beiträge zum Thema «Social Media»

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Beiträge

  • Ich benutze pinboard.in, den sie haben eine Funktion die hier nicht aufgelistet ist sie machen einen Screenshot von der Seite und speichern diese. Denn meine Erfahrung ist das viele Informationen nach wenigen Jahren nicht mehr unter dem Link oder gar nicht mehr zu finden sind.
    Gerade richtig gute Informationen möchte vll ich in 5 Jahren nochmals verwenden.

  • @Max Bauer: Werde Pinboard wohl auch ausprobieren. Habe noch mehr Gutes darüber gehört. Danke!

    @jester: Völlig einverstanden. War nicht vergleichend gemeint. Die beiden Plattformen sind wirklich grundverschieden. Aber manchmal vergisst man Anwendungen wie Social Bookmarking, weil FB&Co. so omnipräsent sind.