BPRG: So gelingt Influencer-Marketing

Die besten Freund:innen im Netz – Influencer:innen haben einen grossen Einfluss auf die Meinungsbildung ihrer Community. Am BPRG-Anlass erzählten Expert:innen und Influencer Maelo Romani, wie Organisationen davon profitieren können und was es bei Kooperationen zu beachten gilt.
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Ob auf Social Media, im Kontext von Produkttests oder bei Reisetipps – Influencer:innen vertrauen wir in puncto Empfehlungen beinahe so sehr wie unserer Familie oder unserem näheren Bekanntenkreis. Eine entsprechende Zusammenarbeit kann für Organisationen also eine grosse Chance bedeuten. Doch wie gelingt das Influencer-Marketing? Dies wurde am BPRG-Anlass in Bern von verschiedenen Seiten beleuchtet. 

Glaubwürdigkeit als höchstes Gut
«Eine sorgfältige Auswahl der Kooperationspartner:innen ist entscheidend», meint Tanja Herrmann, Geschäftsführerin der Agentur Webstages. Von der Glaubwürdigkeit der Influencer:innen hänge der Erfolg der Kampagne und ein Stück weit das Image der eigenen Organisation ab. Dabei gebe es 8 Kriterien, die bei der Auswahl beachtet werden sollten:

  1. Behandelte Themen, Lebensstil und Werte
  2. Standort & Reichweite
  3. Demografische Daten der Followerschaft
  4. Engagement Rate
  5. Bildsprache der Influencer:innen
  6. Hauptinhalte
  7. Bestehende Partnerschaften
  8. Optional: Bekanntheit ausserhalb von Social Media

Nicht nur für Organisationen ist die Glaubwürdigkeit ihrer Kooperationspartner:innen essentiell – für Influencer:innen ist Glaubwürdigkeit das höchste Gut. Denn nur, wer authentisch erscheint, kann seine Followerschaft von Produkten und Dienstleistungen überzeugen und hat somit einen Wert für Organisationen. Dies bestätigt auch Content Creator und Influencer Maelo Romani. Bei der Auswahl seiner Kooperationen achte er zudem immer darauf, dass das Produkt oder die Dienstleistung zu seinem eigenen Content passe und darin integriert werden könne.

Mitarbeitende und Kund:innen als Influencer:innen
Auch Ralf Osteroth und Antonia Stickdorn von der Agentur Picstars sprechen vom “Perfect Match” für eine Organisation. Dies können aber auch Mitarbeitende oder Kund:innen sein. Die Zalando-Kampagne #StyledayFriday hat es auf diese Art und Weise geschafft, während des Covid-19-Lockdowns eine Menge User Generated Content in Form von geposteten Fotos und Videos zu generieren. Zudem raten sie von einem zu detaillierten Drehbuch im Zuge einer Kooperation ab. Dies hindere Influencer:innen daran, ihre Kreativität auszuleben und schade im schlimmsten Fall ihrer Authentizität und somit dem Output der Zusammenarbeit.

Unser Fazit:

  • Mensch vs. Marke: Bei dieser Gegenüberstellung gewinnt beinahe immer der Mensch. Nicht ohne Grund hat Elon Musk 106 Mio. Follower auf Twitter, während Tesla „nur“ 16.9 Mio. Follower vorweisen kann. Menschen folgen Menschen auf Social Media, weil sie an ihren Meinungen und Ansichten interessiert sind.
  • Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut: Dieses Mantra gilt nicht nur für Influencer:innen. Auch Organisationen leiden darunter, wenn ihre Kampagne mit Kooperationspartner:innen durchgeführt wird, die unglaubwürdig erscheinen. Deshalb gilt: lieber etwas mehr Zeit in die Influencer:innen-Auswahl investieren und die oben genannten Kriterien beachten. 
  • Klares Briefing statt minutiösen Anweisungen: Zu genaue Vorgaben über den Inhalt und die Ausführung von Seiten Organisation hindern den oder die Kooperationspartner:in in der kreativen Ausführung der Kooperation. Stattdessen empfiehlt sich ein klares Briefing und eine Freigaberunde vor der Veröffentlichung.

Weiterführende Informationen:

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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