Wissenschaftskommunikation at its best!

Der Science Slam ist eines der spannendsten Formate in der Wissenschaftskommunikation: Er holt die Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm und bringt sie auf die Bühne: in Clubs, Theatern oder Kneipen.
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Ein Science Slam ist ein wissenschaftliches Kurzvortragsturnier. Forschende treten gegeneinander an und präsentieren ihre eigenen Forschungsprojekte in kurzen Vorträgen.
Die Zeit ist limitiert und alles ist erlaubt – mit Ausnahme von Unwahrheiten und Langeweile. Das Publikum fungiert als Jury und kürt am Ende des Abends die Siegerin oder den Sieger.

Seit einigen Jahren finden in vielen Schweizer Städten solche Science Slams statt – meistens vor vollen Rängen. Das Format ist überaus beliebt und lockt ein vielfältiges Publikum an: Studierende und Nicht-Akademiker:innen, Jugendliche und Rentner:innen, Wissenschafts-Nerds und Slam-Fans. Kurz: Menschen, die neugierig sind und sich von der Begeisterung der Slammer:innen für ihre Forschung anstecken lassen.

Science Slams bieten einerseits den Forschenden die Gelegenheit, ihre Arbeit einem breiten Publikum zu präsentieren und Einblicke in ihren Alltag zu geben – andererseits können Hochschulen damit zeigen, dass sie keine Angst vor populärwissenschaftlichen Formaten haben müssen.

Für das Publikum eröffnen sich niedrigschwellige Zugänge zu spannenden Themen, die sonst nur hinter Paywalls von Fachjournals versteckt bleiben oder in einem unverständlichen Fachjargon formuliert sind. Für Forschende sind Slams aber auch eine Art Trainingslager für Auftrittskompetenz, klare Sprache und stringentes Storytelling – Kompetenzen, die auch in der Wissenschaftscommunity immer entscheidender werden.

Sichtbarkeit gewinnen 

Für Hochschulen sind Science Slams zudem ein attraktives Format, um Sichtbarkeit zu gewinnen, Talente zu fördern und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erlebbar zu machen. Wer Wissenschaft nahbar macht, zeigt, dass Dialog und Austausch nicht gescheut werden. In Zeiten von Desinformation und polarisierter Debatte bieten Science Slams einen Raum, in dem Menschen nicht nur Fakten, sondern auch die Gesichter und Geschichten hinter der Forschung kennenlernen können. Das stärkt das Vertrauen in die Wissenschaft.

Als Mitarbeiterin der Universität Bern habe ich einen der ersten Science Slams der Schweiz organisiert und moderiere heute – gut zehn Jahre später – die Slams von Alumni UniBE. Die Begeisterung für dieses Format hat weder bei mir noch beim Publikum nachgelassen. Erfreulich ist, dass das Interesse bei den Forschenden merklich gestiegen ist. In den Anfangsjahren musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Das Format und der Begriff des Edutainments war noch wenig bekannt. Heute existiert auch in der Schweiz eine eingeschworene Community von Slammern, die sich gegenseitig anstachelt, noch fantasievoller, lustiger und präziser in der Präsentation zu werden.

Weiterführend:

Foto: Andres Hubacher /   © Universität Bern

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