Ein guter Text ist wie ein Boxschlag: Er trifft und entfaltet seine Wirkung. In letzter Zeit lese ich immer wieder Texte, die mich ratlos zurücklassen. Ich weiss zwar, worum es geht, aber jeder Satz ist ähnlich. Der Text kommt nicht zum Punkt, vergeblich suche ich eine Botschaft, eine Handlungsanweisung oder eine Information. Es ist wie beim Schattenboxen: Der Text tut nur so als ob, er bleibt in der Luft, aber trifft nicht. Der Text hat kein Ziel und ist reiner Selbstzweck. Und dann realisiere ich: Die KI hat den Text geschrieben.
Ein Punch, der nicht trifft
Meine Zweifel an meiner Intelligenz weichen einer Enttäuschung, sogar Wut. Hätte ich vorher gewusst, dass ich nach dem Lesen genau so viel weiss wie vorher, hätte ich mir die Zeit sparen können. Ich vermute, dass es nicht nur mir so geht. Ich fühle mich um meine Zeit betrogen. Werde ich jemals wieder Texte von dieser Organisation lesen? Eher nein.
Selbstverständlich kenne ich die Vorteile von generativer KI und setze sie im Arbeitsalltag und auch in der Freizeit ein. Aber ich komme zurück zum Boxen: Wir müssen wissen, wo wir treffen wollen.
Bevor wir einen Text schreiben, müssen wir uns überlegen: Was ist mein Ziel? Was will ich mitteilen? Was will ich mit dem Text bewirken? Und wenn ich diese Fragen beantworten kann, muss ich mir überlegen, wie ich die Leser:innen durch den Text führe. Wie ist mein Argumentationsmuster? Welche Analogien, Beispiele oder Sprachbilder eignen sich? Unsere Botschaft soll ankommen.
Für das Schreiben mit KI bedeutet das, dass wir die oben erwähnten Punkte beim Prompten berücksichtigen und in die Überprüfung des Ergebnisses einfliessen lassen. So schaffen wir es, dass wir mit Hilfe von KI effizient arbeiten und unsere Botschaften immer noch vermitteln können.
PS: Die Punchline heisst nicht umsonst Punchline.
Weiterführend:
Foto von Arisa Chattasa auf Unsplash