Das Handy als Lebensretter – Alarm per SMS oder App

/

Rotes Alarmlogo mit weissem iPhone 4 im VordergrundIm Zeitalter der Mobiltelefonie machen Alarmsysteme über iPhone & Co. Sinn. Der Grossteil der Bevölkerung ist so am besten erreichbar. Gewarnt wird via App oder SMS. Wann ist das sinnvoll? Und wo kann man sich informieren?

Wie der TagesAnzeiger am 11. September schreibt, testet Israel ein neues Alarmsystem. Dieses soll die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten neben den herkömmlichen Sirenen vor einem Raketenangriff per SMS alarmieren. Die Mitteilungen werden in mehreren Sprachen versandt und gehen an alle Handynutzer in der Gefahrenzone, sofern diese den Alarm nicht deaktiviert haben.

Beispiele in der Schweiz
Auch in der Schweiz denkt man darüber nach, neben den Sirenen auch Alarm übers iPhone oder Soziale Medien zu schlagen. Der Kanton Basel-Stadt führte bereits ein neues Warnsystem für Hörbehinderte ein. Es wird beispielsweise bei einem Dammbruch oder Erdbeben eingesetzt, muss aber durch die Betroffenen selber bestellt werden. Dieses Alarmsystem existiert nicht für die breite Bevölkerung, es wurde aber bereits darüber diskutiert, ob es sinnvoll wäre. Technisch wäre es möglich, einen solchen SMS-Dienst einzurichten, sagt Mediensprecherin Annina Merk von der Swisscom im Tagesanzeiger.

Die Kantonspolizei Bern hat im Jahr 2010 als erstes Korps der Schweiz eine App lanciert, das unter anderem Fahndungsaufrufe, Pegelstände grösserer Gewässer oder Sturmwarnungen bekannt gibt. Um die eigenen Leute für einen Einsatz aufzubieten, werden noch immer Pager eingesetzt. Ein Vorteil gegenüber dem SMS-Alarm ist, dass die Pager auch in Funklöchern funktionieren. Dafür muss man immer zwei Geräte mittragen und bei Pagern kann nicht überprüft werden, ob der Alarm wirklich angekommen ist, was bei Mobiltelefonen via Empfangsbestätigung möglich ist.
Neben der Sturmwarnlampe, die in jedem Hafen steht, kann man sich vor Unwettern auch via SMS warnen lassen.  Meteo Schweiz bietet einen kostenlosen Service an, der vor Sturm, Glätte oder Waldbränden und weiteren witterungsbedingten Gefahren warnt.

Nationaler Entführungsalarm seit 2010
Seit dem Jahr 2010 existiert in der Schweiz ein nationaler Enführungsalarm. So sollen Entführungen wie diejenigen von Lucie im Jahr 2009 oder Ylenia 2007 verhindert werden. Ein Entführungsalarm wird ausgelöst, wenn:

– begründeter Verdacht auf die Entführung einer minderjährigen Person besteht.
– angenommen werden muss, dass die Person in ihrer physischen, psychischen oder sexuellen Integrität gefährdet ist.
– genügend gesicherte Informationen vorliegen, sodass der Alarm die Lokalisierung des Opfers und der Täter ermöglicht

Man registriert sich auf der Website mit seiner Handynummer und der Postleitzahl. Dann schickt man eine SMS mit START ALARM PLZ an 77777. Bei einem Entführungsfall könnte eine Meldung etwa so aussehen: «Entführungsalarm: Am 24.2.10, 08:00 wurde in Glovelier die 9-jährige Désirée in roten Golf mit Aargauer Kennzeichen gezerrt http://bild.entfuehrungsalarm.ch». Wer etwas Verdächtiges gesehen hat, soll sich bei der Polizei melden.

Fazit: Alarmierungen über SMS und Apps sind meiner Meinung sinnvoll, weil man schnell eine grosse Anzahl Personen erreicht. Praktisch jede zweite Person trägt ein Mobiltelefon auf sich. Man muss aber aufpassen, es mit den Nachrichten nicht zu übertreiben und nur in äussersten Notfällen Alarm auszulösen. Ansonsten verliert das System schnell an Glaubwürdigkeit oder kann ungewollt Panik auslösen.

Weiterführende Links:
Mobile Kommunikation: Zahlen, Fakten und ein Verband 

  • Kategorien
  • Tags

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Pflichtfelder