Der Beta-Test als Reputations-Retter

Was in der Softwareentwicklung Standard ist, kann auch in der Kommunikation helfen. Vor der eigentlichen Publikation wird der Beta-Test durchgeführt. Funktioniert etwas nicht, kann so vor der eigentlichen Veröffentlichung noch angepasst werden.
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Sportenthusiast*innen kamen in den letzten Tagen nicht drum herum, zu erfahren, dass der höchsten Schweizer Fussballliga eine Modusänderung bevorsteht. Viele Fans nahmen das nicht gut auf. Der Verband wusste, dass eine ihrer wichtigsten Zielgruppen protestieren wird und hat sich trotzdem dafür entschieden. Die Folge: Die Reputation der Liga und des Verbandes hat unter dieser Entscheidung gelitten.

Reputation ist das wichtigste Gut

Auch Organisationen haben manchmal Entscheidungen zu treffen, die Stakeholder nicht mit Begeisterung aufnehmen. Aufgabe der Kommunikation ist es, dabei die Reputation der Organisation zu schützen. Um Schäden zu vermeiden, kann ein Beta-Test helfen. Sprich, das noch nicht ganz fertige Produkt wird einem Teil der Zielgruppe präsentiert.

Möglichkeiten für den kommunikativen Beta-Test gibt es viele. Hier eine Auswahl:

  • Mit einer Fokusgruppenbefragung wird ein ausgewählter Teil der Zielgruppe mit dem Produkt konfrontiert und Meinungen werden eingeholt. Die Probanden unterzeichnen dabei eine Stillschweigevereinbarung. Vorteil: gut zu kontrollieren. Nachteil: hohe Kosten.
  • Auch interne Meinungen geben einen Vorgeschmack auf öffentliche Rückmeldungen. Wenn man selbst nicht hinter dem Produkt steht, wird es die Zielgruppe ebenfalls nicht. Vorteil: einfache Umsetzung. Nachteil: nur wenig repräsentativ.
  • Bei Mini-Leaks werden Teile des Produkts öffentlich gemacht. Über ein Monitoring der Medien und auf Social Media werden die Meinungen dazu verfolgt. Vorteil: Repräsentiert die Meinung der Zielgruppe sehr gut. Nachteil: keine Kontrolle über die Entwicklung. Die Reputation kann bereits zu diesem Zeitpunkt leiden.

Je nach Rückmeldungen können Aussagen an der Medienkonferenz, Statements in der Medienmitteilung oder es kann sogar die gesamte Entscheidung überdacht werden. Falls keine Möglichkeit für eine Anpassung besteht, hilft das Testen im Voraus, um ein FAQ oder Nasty Questions zu erstellen. So oder so profitiert die Organisation vom kommunikativen Beta-Test.

Weiterführendes

Bernetblogbeiträge zum Thema Reputation: Hier
Beitragsbild: Gregoria Cavana auf unsplash.

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