Rückblick 82. Social Media Gipfel: Attention, please! Wie Organisationen zu Spenden kommen

Wie schafft man es, aus dem endlosen Feed auf Social Media herauszustechen und Menschen dazu zu bewegen, nicht nur zu «liken», sondern eine Vision aktiv zu unterstützen? Vera In-Albon von den Schweizer Wanderwegen und Andreas Christen von Amnesty International Schweiz teilten ihre Erfahrungen und gaben praktische Tipps mit auf den (Wander-) Weg.
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Schoggibrötli statt Gipfeli: Erstmals in der Geschichte des Social Media Gipfels startete der thematische Morgen mit einem süssen Einstieg. Nichtsdestotrotz gaben die Referierenden einen spannenden Einblick in die Herausforderungen ihrer Social-Media-Welt.

Bekanntheit und Sichtbarkeit allein reichen nicht

Vera In-Albon, Digital Communications Managerin, zeigte am Beispiel der Schweizer Wanderwege, wie entscheidend die Eigenheiten einer Organisation für erfolgreiches Fundraising sind. Zwar sind die gelben Wegweiser in der ganzen Schweiz präsent – selbst an noch so abgelegenen Orten und auf Berggipfeln. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass die Wanderweginfrastruktur in der Schweiz weder staatlich finanziert noch organisiert ist.

Die Dachorganisation und ihre 26 Kantonalen Wanderweg-Organisationen finanzieren sich zum grössten Teil über Spenden sowie Gönner- und Mitgliederbeiträge. Über 2000 Freiwillige pflegen zudem das Wanderwegnetz: Sie halten die Wege in Schuss, putzen Wegweiser und unterhalten die Signalisation. Für viele ist diese Infrastruktur selbstverständlich, weshalb die Spendenbereitschaft gering ist.

Dringlichkeit ist ausschlaggebend

Auch Andreas Christen, Digital Fundraising & Marketing Spezialist, sieht die Eigenheiten der Organisation als wichtigen Erfolgsfaktor für erfolgreiches Social Fundraising: «Amnesty International hat hier das Glück – oder das Pech –, dass Menschenrechte ein emotionales Thema sind.» Entscheidend ist jedoch, auf dieser Emotionalität eine Dringlichkeit aufzubauen.

Die Spendengenerierung erfolgt dabei in zwei Phasen: Zuerst wird das Interesse für das Thema Menschenrechte geweckt und ein erster Kontakt hergestellt. Anschliessend werden diese Interessierten entlang des Funnels gezielt weiterentwickelt – vom ideellen Commitment hin zu echten Spenderinnen und Spendern.

Vera In-Albon beleuchtete die kommunikativ-strategische Ausrichtung der Kampagne, während Andreas Christen den Fokus auf die operative Umsetzung legte. Beide Ebenen sind wichtig – und erst ihr Zusammenspiel macht Social Fundraising nachhaltig erfolgreich.

Kernsätze und Thesen beider Inputs

  • Kampagnen sind keine eierlegende Wollmilchsau: Der Fokus auf ein Ziel und einen eindeutigen Call-to-Action ist zielführender, als mehrere Ziele in einer Kampagne zu verfolgen.
  • «Testen, testen, testen» ist die Devise: Erst durch das Ausprobieren unterschiedlicher Text-Bild-Kombinationen und Textlängen zeigt sich, was funktioniert.
  • Internes Know-how aufbauen und durch externe Unterstützung aka Agenturen ergänzen – das zahlt sich aus.
  • Kurz und pointiert: Die richtige Balance zwischen Information, Korrektheit und Dringlichkeit zu finden, ist die eigentliche Herausforderung.
  • Schnelle Reaktionsfähigkeit ist das A und O.

 

82. #SMGBE: Attention, please! Wie Organisationen zu Spenden kommen
Impressionen des 82. Social Media Gipfels, danke Yannick Pulver!

Die Präsentation:

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