Digital Natives: die Generationen Y und Z unter Druck

Der Jugendbarometer erfasst seit acht Jahren, was Digital Natives bewegt und wie sie mit zentralen Fragen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft umgehen. Kommunikationsexperten sollten verstehen, welche Themen jüngere Generationen umtreiben.
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Laut UNO sind knapp 30 Prozent der Weltbevölkerung Digital Natives. Sie unterscheiden sich in zwei Generationen: die Generation Y, geboren zwischen 1980 und 2000 und die Generation Z, geboren ab 2000. Befragt wurden Digital Natives aus den USA, Brasilien, Singapur und der Schweiz.

Folgende Erkenntnisse finden wir besonders interessant:

Die Generationen Y und Z nutzen unterschiedliche Kanäle

Digitale Natives verbringen viel Zeit online. Die Unterschiede der beiden Generationen sind im digitalen Nutzungsverhalten zu erkennen:

  • Die Generation Y bevorzugt Twitter, Facebook, das Web und schaut ab und zu Fernsehen.
  • Die Generation Z ist auf Instagram, Snapchat, WhatsApp und YouTube.

In der Schweiz ist Facebook bei den Jungen aus den Top 10 Kanälen verschwunden. Facebook verzeichnet immer weniger Nutzer unter 20 Jahren, das zeigen auch die Facebook Zahlen Schweiz (2.7.2018).

Jugendliche und ihr Wissen über das Weltgeschehen

Die Informationsschere bei den Jungen geht immer weiter auseinander. Die Gruppe von Jugendlichen, die sich mehrmals pro Tag über das Weltgeschehen informieren, ist seit 2010 um 9 Prozent (von 29% auf 38%) gestiegen. Die Gruppe von Jugendlichen, die sich selten bis gar nie informieren, hat allerdings ebenfalls zugenommen.

  • 80 Prozent der Jugendlichen wissen also in etwa, was auf der Welt geschieht, 20 Prozent  haben wenig Ahnung.

Loyalität und der Klick zur nächsten Plattform

Die Gratiszeitungen Blick am Abend und 20 Minuten waren bis 2016 wichtige Medien für die Digital Natives in der Schweiz. In den letzten zwei Jahren wurden die digitalen Ausgaben der beiden Marken immer stärker bevorzugt, auf Platz 1 sind News Apps. In den USA gehört Facebook zu den top 3 Informationsquellen.

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Beruf, Vorsorge, Fake News

Digital Natives sind grundsätzlich zuversichtlich, die Veränderungen verunsichern und überfordern sie aber auch. Ihre grösste Sorge (53%) ist die Altersvorsorge, mit einem relativ grossen Abstand folgen Themen rund um die Personenfreizügigkeit, Zuwanderung und Asylfragen.

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Mein Fazit: Die Altersvorsorge gehört zur grössten Sorge der Digital Natives. Sparen und der Besitz einer eigenen Immobilie sind wichtige Anliegen. Themen, die auch die Generation X (geboren zwischen 1960 und den frühen 80er-Jahren) beschäftigen. Die jüngere Generation ist etwa gleich stark verunsichert wie die Generation X, wird aber die Auswirkungen der Digitalisierung stärker spüren.

Quelle: Seit 2010 veröffentlicht die Credit Suisse den Jugendbarometer 2018. Befragt werden rund 1’000 16- bis 25-Jährige  in der Schweiz, den USA, in Brasilien und Singapur. Die Studie wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen April und Mai 2018 online durchgeführt.  

Weiterführende Informationen:
Studie CS-Jugendbarometer 2018
creditsuisse.com, Zusammenfassung Kernaussagen (PDF, 16 Seiten)
bernet.blog-Artikel zu digital

 

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