56. Social Media Gipfel: Innovation und Kommunikation in der Kulturbranche

Die anhaltende Pandemie bringt für die Kultur- und Veranstaltungsbranche grosse Unsicherheiten mit sich. Was bedeutet dies für die Kommunikation dieser Bereiche?  Zwei Expertinnen gaben Einblick.
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Konnte sich die Social Media Community vor zwei Monaten noch live treffen, fand der 56. Social Media Gipfel erneut rein virtuell statt. Via Live-Stream auf Facebook direkt aus der Vierten Wand in Bern konnten interessierte Frühaufsteher*innen ab 07:30 Uhr dem Social Media Gipfel online beiwohnen.

Der Kultur- und Veranstaltungsbereich ist hart getroffen. Zwei Kommunikationsexpertinnen aus der Branche berichteten über ihre Erfahrungen in der aktuellen Situation. Wie bleiben sie im Kontakt mit ihrer Community? Mit welchen Herausforderungen sehen sie sich konfrontiert? Welche Erkenntnisse lassen sich daraus ziehen?

Chantal Hirschi der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia erzählte, wie bereits im Frühjahr der Fokus auf einer möglichst hohen Informationsdichte für die Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden lag. «Prioritäten zu setzen, flexibel zu agieren und schnell auf allen möglichen Kanälen präsent zu sein, waren entscheidende Punkte», so Chantal Hirschi. Ein Infopoint auf der Website, ein Spezialnewsletter sowie ein persönlicher Facebook-Account des Direktors von Pro Helvetia unterstützten die direkte Kommunikation mit der Community und schufen Nähe trotz Distanz. Mit alternativen Storytelling-Formaten boten sie den Kulturschaffenden trotz abgesagter Events ein digitales Schaufenster. Hirschi sagt dazu: «Diese Formate kamen gut an, benötigten aber auch eine passende Bildsprache sowie verstärkte Kommunikationsleistung».

Chantal Hirschi

Das Gurtenfestival beschäftigten seit Anfang Jahr intensiv vier Begriffe: Identität, Information, Spekulation und Unterhaltung. «Unsere jährliche Social-Media-Kampagne zur Ankündigung des Festival lief bereits auf Hochtouren», so Lena Fischer, zuständig für Marketing und Kommunikation des Gurtenfestivals. Sehr bald war klar: Das Berner Openair wird dieses Jahr nicht durchgeführt. Umso wichtiger war eine klare Informationsvermittlung auf kreative Weise: «Trotz Absage setzten wir alles daran, den Kontakt zu unserer Community aufrechtzuerhalten», so Fischer. Mit einfallsreichem Content unterhielten sie ihre Community vor, während und auch nach dem eigentlichen Musikfestival.

Fünf Erkenntnisse der beiden Expertinnen

  • Nähe trotz Distanz: Auch ohne oder wenige analoge Veranstaltungen lässt sich mit innovativen digitalen Formaten Nähe schaffen.
  • Vertrauen stärken: In der aktuellen Situation ist der Informations- und Kommunikationsbedarf hoch. Für die Kommunikation ist dies eine grosse Chance, mit klarem und transparentem Inhalt Vertrauen bei der Community zu schaffen.
  • Kreativität und andere Wege: Spezielle Zeiten setzen kreative Energie frei. In der Kultur- und Eventbranche entstanden und entstehen in kürzester Zeit neue Konzepte und Formate.
  • Kein Aktionismus: Bei aller Kreativität und Innovationskraft gilt auch hier: Weniger ist mehr. Ein übereilter Betätigungsdrang bei Kommunikationsaktivitäten empfiehlt sich nicht; Ruhe und einen klaren Kopf behalten hingegen sehr.
  • Kommunikation auf Augenhöhe: In der aktuellen Situation sind Ruhe, Sicherheit und schnelle Kommunikation gefragter denn je. Grundlage dafür ist Authentizität und eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Sponsor: Ein spezieller Dank für das Sponsoring geht an Valiant  fürs Ermöglichen des virtuellen Events des #smgbe. Herzlichen Dank!

Bilder des 56. Gipfels von Yannick Pulver:

#56 SMGBE: Innovation und Kommunikation in der Kulturbranche

 

Live-Streams des 56. Gipfels:

 

Weiterführend:

Alle Beiträge im bernet.blog zum Social Media Gipfel

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