WT.Social: Sympathisches News-Netzwerk mit Entwicklungspotenzial

Schon von WT.Social gelesen? Das neue Soziale Netzwerk von Wikipedia-Co-Gründer Jimmy Wales hat bereits fast eine halbe Million Nutzer. Was bietet die Plattform? Und kann sie sich gegenüber Facebook und Co. behaupten? Wir haben uns umgesehen.
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«Als hätten Facebook und Wikipedia ein Baby» betitelte der Spiegel Ende November seinen Artikel zu WT.Social. Wikipedia-Co-Gründer Jimmy Wales gründete die Plattform 2019 – als Alternative zu Facebook und Twitter. Inzwischen ist das «News focused Social Network» über die Anfangsphase hinaus und offen für alle Interessierten.

Thematische Subwikis

Ähnlich wie Wikipedia ist WT.Social thematisch strukturiert. Wer sich registriert, wählt zuerst aus den bestehenden Subwikis diejenigen aus, die ihn/sie interessieren. Aus den Beiträgen in diesen Subwikis setzt sich der eigene Feed zusammen.

Feed und Interaktionen

Nach dem Login landet man, wie auf Sozialen Netzwerken üblich, im persönlichen Feed. Visuell erinnert dieser an ein WordPress-Backend. Keine gestalterische Meisterleistung, aber funktional und übersichtlich. Der Feed zeigt die neusten Aktivitäten aus den gewählten Subwikis an. Dem Nutzer stehen verschiedene Interaktionsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • eigene Beiträge erfassen
  • bestehende Beiträge anderer kommentieren
  • mit einem Klick auf den Button «This is quality» (entspricht den «Likes» anderer Plattformen) belohnen
  • bearbeiten

Für die Gestaltung der Beiträge bietet WT.Social vergleichsweise viele Möglichkeiten: Titel (verschiedene Hierarchiestufen), Text, Links, Bilder und andere Medien sind mögliche Elemente.

Wikipedia als Vorbild: Werbefrei und kollaborativ

WT.Social will eine Alternative zu herkömmlichen Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sein. Dazu setzt die Plattform auf zwei wichtige Eigenschaften, die sich bereits bei Wikipedia bewährt haben.

  • Werbefrei: WT.Social verspricht viel. Geschützte Privatsphäre, keine Werbung und kein anderweitiger Verkauf von Daten. Hinsichtlich der engen Verbindung zu Wikipedia scheinen diese Versprechen vertrauenswürdig. Finanzieren will sich die Plattform über Spenden und freiwillige Engagements. Dazu bietet WT.Social auch gleich ein Abo-Modell an. Noch ist die Nutzung gratis möglich. Ob das so bleiben wird und ob genügend Menschen bereit sind für eine Soziale Plattform zu bezahlen, wird sich zeigen.
  • Kollaborativ: WT.Social will in erster Linie eine kollaborative Plattform sein. Als Nutzer kann man andere Beiträge nicht nur kommentieren und «liken», sondern auch bearbeiten. Genau wie auf Wikipedia ist immer ersichtlich wer den Beitrag wann verändert hat.

Mein Eindruck: sympathische, konstruktive Plattform

Auf WT.Social geht es um Inhalte und konstruktive Diskussionen, nicht um Kontakte oder Selbstdarstellung. Die Kommentare zu den Beiträgen sind sachlich, länger und reflektierter als auf anderen Plattformen üblich. Das überzeugt und ist sehr sympathisch. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Umgang längerfristig – und mit steigenden Nutzerzahlen ­– erhalten bleibt.

Weiterführende Informationen

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