Social Media Studie 2026: Wir fördern den Dialog bewusst auf unseren Plattformen

Wie sieht das Social-Media-Engagement beim Kaufmännischen Verband Zürich aus? Anlässlich der neusten Social Media Studie 2026 geben Maria Hagedorn, Leiterin Marketing und Kommunikation und Anja Suter, Social Media Managerin, einen vertieften Einblick in ihre Social-Media-Welt.
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Auf welchen Social-Media-Kanälen seid ihr als Non-Profit-Organisation aktiv? Welche Ziele verfolgt ihr mit dem Social-Media-Engagement?
LinkedIn ist unser wichtigster Kanal für Berufstätige im betriebswirtschaftlichen Umfeld. Wir positionieren uns dort als Anlaufstelle für Lohn, Arbeitsrecht und Laufbahn sowie als Arbeitnehmendenvertretung und Sozialpartner. Instagram nutzen wir um Jüngere wie Lernende, Berufs- und Praxisbilder:innen und Mitglieder am Anfang der Laufbahn zu erreichen. Komplexe Themen wie Arbeitsrecht werden hier verständlich und lebensnah erklärt. TikTok ergänzt die Präsenz seit Ende 2025 mit Fokus auf Reichweite bei der Gen Z. Arbeitsrelevante Themen vermitteln wir hier prägnant und alltagsnah. Unsere Ziele sind die Relevanz des Verbands im Berufsalltag aufzuzeigen, die Marke «KV» sowie die Sichtbarkeit als politischer Player und Sozialpartner zu stärken.

Was sind eure wichtigsten Social-Media-Tätigkeiten – und warum?

  • Content-Produktion mit Mehrwert: Wir erstellen regelmässig praxisnahe Inhalte zu Lohn, Arbeitsrecht, Laufbahn und Arbeitsmarkt. Social Media dient uns als niederschwelliger Wissenskanal mit konkretem Nutzen für den Berufsalltag.
  • Positionierung und Meinungsbildung: Wir nutzen insbesondere Social Media, um unsere Rolle als Arbeitnehmendenvertretung und Sozialpartner sichtbar zu machen. Dabei geht es um die Einordnung arbeitsmarkt- und bildungspolitischer Themen.
  • Zielgruppengerechte Aufbereitung: Komplexe Inhalte übersetzen wir, insbesondere auf Instagram und TikTok, in kurze, verständliche Formate, um jüngere Zielgruppen zu erreichen.
  • Kampagnen- und Eventkommunikation: Auf Social Media bewerben wir Veranstaltungen, Beratungsangebote und Dienstleistungen und nutzen den Kanal strategisch – von der ersten Aufmerksamkeit bis zur Inanspruchnahme einer Beratung.

Die Studie zeigt, dass die Dialog- und Kontaktpflege auf Social Media weniger wichtig sind als in früheren Befragungen. Welche Rolle spielt sie bei euch?
Die Dialog- und Kontaktpflege ist für uns zentral. Aktuell wird auf unseren Kanälen jedoch noch wenig kommentiert, weshalb sichtbare Dialoge selten sind. Am meisten Interaktion beobachten wir bei Gewinnspielen, bei denen das Kommentieren Teil des Teilnahme-Mechanismus ist. Bei fachlichen Themen wie Lohn, Arbeitsrecht oder Laufbahn bleibt der öffentliche Austausch dagegen noch verhalten. Wir haben begonnen, die Community aktiv zum Kommentieren einzuladen – mit ersten positiven Effekten. Das Potenzial des Dialogs möchten wir künftig stärker ausschöpfen.

Habt ihr interne oder externe Social Media-Ressourcen? Arbeitet ihr mit Influencer:innen zusammen?
Wir produzieren sämtliche Social-Media-Inhalte intern und haben dafür bewusst eine eigene Stelle mit Fokus auf Social Media geschaffen. So stellen wir sicher, dass Inhalte fachlich korrekt, strategisch abgestimmt und eng mit unseren Dienstleistungen verknüpft sind. Externe Unterstützung nutzen wir nur punktuell, insbesondere als Sparring-Partner. Die operative Content-Produktion liegt bei uns.
Vor der Kamera stehen hauptsächlich interne Mitarbeitende – insbesondere unsere Social-Media-Verantwortliche, aber auch Kolleginnen und Kollegen aus Marketing und Kommunikation sowie aus den Fachabteilungen. Wir setzen bewusst auf interne Gesichter, da Fachkompetenz und Authentizität für uns als Arbeitnehmendenvertretung zentral sind.

Welche Bedeutung hat bezahlte Social-Media-Werbung für eure Social-Media-Ziele?
Bezahlte Social-Media-Werbung setzen wir gezielt und selektiv ein. Der Fokus liegt primär auf der Bewerbung unserer (digitalen) Eventformate. Ziel der Social Ads ist es vor allem, Reichweite und Bekanntheit für unsere Themen zu schaffen – insbesondere bei Personen, die uns noch nicht kennen. Wir möchten Aufmerksamkeit für relevante Inhalte rund um Arbeitswelt, Lohn, Laufbahn und Arbeitsmarktfähigkeit generieren und potenzielle Teilnehmende für unsere Veranstaltungen gewinnen.

Verschriftlichte Social-Media-Strategien und Monitoring sind weitgehend Standard – ein weiteres Ergebnis der Studie. Wie ist dies bei euch?
Social Media ist als wesentlicher Bestandteil in unsere Marketing- und Kommunikationsstrategie integriert und unterstützt unsere Ziele wie Positionierung, Sichtbarkeit und Mitgliedergewinnung. Monatlich werten wir Kennzahlen wie Reichweite, Impressionen, Engagement-Rate, Klicks und Conversions wie Event-Anmeldungen aus – Ergänzend berücksichtigen wir qualitative Aspekte, etwa welche Themen relevant sind, wie einzelne Formate wahrgenommen werden und inwiefern unsere Inhalte zur Positionierung als Arbeitnehmendenvertretung beitragen. Entscheidend für uns ist nicht die Anzahl an Interaktionen, sondern die strategische Wirkung unserer Inhalte auf unsere Kommunikations- und Organisationsziele.

Was sind die grössten Herausforderungen, wenn ihr auf die Social-Media-Nutzung in den nächsten zwei Jahren blickt?
Die grösste Herausforderung sehen wir in der zunehmenden Informationsflut auf Social Media. Es stellt sich für uns daher die Frage, welche Formate und Botschaften unsere Zielgruppen tatsächlich erreichen und welche Inhalte eine nachhaltige Wirkung entfalten, damit wir kompetitiv bleiben.
Eine weitere Herausforderung ist die Dynamik der Plattformen Algorithmen, Formate und Nutzerverhalten verändern sich laufend. Das verlangt von uns Agilität, Experimentierbereitschaft und gleichzeitig strategische Klarheit.

Wie die Studie zeigt, ist der Einsatz von KI-Tools ein zentraler Trend, der inzwischen fest zum Arbeitsalltag in der Kommunikation gehört. Wie nutzt ihr KI-Tools?
KI spielt eine unterstützende Rolle in unserer Kommunikations- und Marketingarbeit, etwa für Social Media, Newsletter, Webtexte oder Konzeptionsarbeiten. Tools wie ChatGPT nutzen wir zur Ideengenerierung, Strukturierung, sprachlichen Optimierung und als Sparring-Instrument – die inhaltliche Verantwortung bleibt jedoch stets intern. Unsere Mitarbeitende orientieren sich bei der Nutzung an internen Leitlinien, wobei der Datenschutz und der Umgang mit sensiblen Informationen zentral ist. KI ist für uns ein unterstützendes Werkzeug, kein Ersatz für fachliche Expertise oder strategische Verantwortung.

Kurz vorgestellt
Der Kaufmännische Verband Zürich vertritt die Interessen von kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Berufen und im Detailhandel im Grossraum Zürich. Als Arbeitnehmendenverband bietet er Beratung zu Karriere, Lohn und Arbeitsrecht, organisiert Weiterbildungen sowie Events und setzt sich als Sozialpartner für zukunftsfähige Arbeitsbedingungen und faire Chancen für Mitarbeitende ein.

Weiterführend:

Bild: Gayathri Albert

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